Rezension: Kakerlaken

Kakerlaken - Jo Nesbø

Reiheninfo:
  1. Der Fledermausmann
  2. Kakerlaken
  3. Rotkehlchen
  4. Die Fährte
  5. Das fünfte Zeichen
  6. Der Erlöser
  7. Schneemann
  8. Leopard
  9. Die Larve
10. Koma
11. Durst

Beschreibung des Verlages:
In Bangkok wurde der norwegische Botschafter ermordet. Harry soll die thailändische Polizei unterstützen und taucht tief ein in die Unterwelt einer Stadt, in der Moral und Gesetz keine Rolle spielen. Dabei findet er mehr über den Ermordeten heraus, als seinen Vorgesetzten lieb ist.

Meine Meinung:
Es freut mich sehr, dass ich dieses Buch endlich aus dem SuB gezogen und gelesen habe. Klar, das nächste Buch von Jo Nesbø, das ich lesen werde, wir der erste Band der Reihe um den Ermittler Harry Hole sein. Es spielt zwar nicht wirklich eine Rolle, in welcher Reihenfolge man die Bände liest - wie oft bei Krimireihen - trotzdem tauchen Szenen aus der Vergangenheit auf, die ich gerne noch einmal im richtigen Kontext erleben will.
Die Komplexität der Erzählung rund um Harry Hole hebt sich in erfrischender Weise von anderen Krimis ab. Ich habe ausserdem nicht nur viel über das Leben und Arbeiten in Bangkok erfahren, sondern auch etwas über die ambivalenten Beziehungen zwischen Kriminalität und Polizei, Touristen und Einheimischen.
Auch wird die Genialität des Ermittlers gekonnt unterstrichen, ohne ihn dabei zu glorifizieren. Vielmehr passt sein Erfolg im Beruf zu seiner Einsamkeit,  seinen Eskapaden, seiner Labilität und einigen Erlebnissen in seiner Vergangenheit. Dies macht ihn glaubwürdig und auf eine spezielle Art und Weise liebenswert. Ausserdem zeichnet ihn aus, dass er bereit ist, alles für seine Überzeugungen zu geben.

Schreibstil und Handlung:
Vom Schreibstil kann isch sagen, dass er fesselnd war. Äusserst dicht und komplex wird die Geschichte erzählt und sorgt so für einen Sog, der mich das Buch kaum mehr aus der Hand legen liess. Auch die sachlichen und präzisen Beschreibungen, die Zugleich die Schönheit und  alle Abgründe von Bangkok erfassen und so eine tolle Kulisse für diesen spannenden Krimi skizzieren konnten, haben mich überzeugt.
Lediglich einige wenige Längen im Aufbau der Handlung - zu viele unnötige Details auf zu vielen Seiten - haben mich in der Mitte des Buches einmal kurz stocken lassen. Ansonsten ist die Gesamtidee sehr gelungen und erst gegen Ende habe ich langsam aber sicher geahnt, wo und wie die verschiedenen Spuren zusammenlaufen könnten und war dann trotzdem noch einmal von der Komplexität dieser ganzen Verstrickungen überrascht. Ich persönlich mag es ja sehr, wenn man beim Lesen mitdenken muss und nicht einfach nur unterhalten wird. Wohl genau deshalb lege ich mich so gerne mit Harry Hole an.

Meine Empfehlung:
Ich empfehle diesen Band der Krimireihe um Harry Hole an alle weiter, welche sich gerne intensiv mit einer Erzählung auseinandersetzen und miträseln wollen. Trotzdem bin ich mir sicher, dass es sinnvoll ist, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen und werde diese Reihenfolge ab jetzt auch einhalten.

Zusätzliche Infos:
Titel: Kakerlaken
Originaltitel: Kakerlakkene
Autor: Jo Nesbø, 1960 geboren, ist Ökonom, Schriftsteller und Musiker. Er gehört zu den renommiertesten und erfolgreichsten Krimiautoren weltweit. Die Hollywood-Verfilmung seines Romans Schneemann wurde von Martin Scorsese produziert. Jo Nesbø lebt in Oslo.
» Deutsche Website über Jo Nesbø
» Jo Nesbøs internationale SeiteTaschenbuch: 432

Sprache: Deutsch

Originalsprache: Norwegisch
Verlag: Ullstein
Erschienen: 13.05.2009
ISBN: 13 9783548280493 

Gemeinsam Lesen, 13.2.18

Gemeinsam Lesen ist eine von Asaviel ins Leben gerufene Aktion,
die nun von den Schlunzen fortgeführt wird.
Guten Morgen ihr Lieben

Diese Woche war wie verhext. Ich bin kaum zum Lesen gekommen oder war so erschöpft, dass ich gar nicht mehr zum Buch greifen konnte. Neuer Dienstag, neues Glück. Ich werde heute mit einem neuen Buch beginnen und freue mich schon sehr darauf.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich beginne heute mit "Die Mittagsfrau" von Julia Franck.
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Auf dem Fensterbrett stand eine Möwe, sie schrie, es klang, als habe sie die Ostsee im Hals, hoch, die Schaumkronen ihrer Wellen, spitz, die Farbe des Himmels, ihr Ruf verhallte über dem Königsplatz, still war es da, wo jetzt das Theater in Trümmern lag.

Julia Frankck - Die Mittagsfrau

Beschreibung des Verlages:
1945. Flucht aus Stettin in Richtung Westen. Ein kleiner Bahnhof irgendwo in Vorpommern. Helene hat ihren siebenjährigen Sohn durch die schweren Kriegsjahre gebracht. Nun, wo alles überstanden, alles möglich scheint, lässt sie ihn allein am Bahnsteig zurück und kehrt nie wieder.
Julia Franck erzählt das Leben einer Frau in einer dramatischen Zeit - und schafft zugleich einen großen Familienroman und ein eindringliches Zeitepos.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Was soll ich sagen. Ich möchte heute im Verlauf des Tages oder spätestens am Abend mit diesem Buch beginnen. Schon lange liegt es auf meinem SuB, schon lange schleiche ich darum herum. Seit nun aber die Farbe Orange als Nebenfarbe in der Bookish Rainbow Challenge gefragt wird, habe ich einen guten Grund, endlich damit zu beginnen.

4. Verständnis oder wirres Kopfschütteln? Wie gehen Freunde, Familie und Bekannte mit deiner Lesesucht um? (Bibilotta)
Hatten wir die Frage nicht schon mehrere Male? Aber egal :-)
Sind wir ehrlich: unsere Buchsucht ist wirklich kein Hobby mehr, sondern eine Haltung, eine Lebensweise. So hat aber jede und jeder seine Einstellungen und Überzeugungen und niemand hat das Recht, diese zu verurteilen. Ich denke, dass viele Menschen in meinem Umfeld sehr dankbar und froh sind, dass ich sie mit Buchtipps und Büchern versorge oder weiss, wo die tollen Buchhandlungen zu finden sind. Würde jemand nicht mit dieser Seite meines Lebens klarkommen können, wäre dieser Mensch auch kein Freund, sondern würde wohl mit einem Buch erschlagen werden :-)

Was lest ihr gerade? Kennt ihr mein aktuelles Buch schon? Ich beantworte gerne eure Kommentare bei einem Ggenbesuch.

Habt noch einen schönen Tag mit vielen spannenden Lesestunden und ich schicke euch die Sonne vorbei
Livia

Gemeinsam Lesen, 6.2.2018

Gemeinsam Lesen ist eine von Asaviel ins Leben gerufene Aktion,
die nun von den Schlunzen fortgeführt wird.
Hallo ihr Lieben

Endlich bin ich wieder einmal bei der Aktion "Gemeinsam Lesen" dabei und dies mit einem sehr spannenden Krimi. Ich habe dieses Buch am Wochenende begonnen und möchte heute Abend unbedingt ein wenig vorankommen mit dem Lesen.
Viel Spass mit meinen Antworten:

 1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese gerade Kakerlaken von Jo Nesbø und bin aktuell auf Seite 98.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Harry hatte keine Ahnung, wie viele Prostituierte er im Laufe seiner Karriere bereits verhört hatte, er wusste nur, dass es ziemlich viele waren.

Kakerlaken - Jo Nesbø
Beschreibung des Verlages:
In Bangkok wurde der norwegische Botschafter ermordet. Harry soll die thailändische Polizei unterstützen und taucht tief ein in die Unterwelt einer Stadt, in der Moral und Gesetz keine Rolle spielen. Dabei findet er mehr über den Ermordeten heraus, als seinen Vorgesetzten lieb ist. 

http://www.ullsteinbuchverlage.de/nc/buch/details/schneemann-9783548281230.html3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Vor ein wenig mehr als einem Jahr - wie nur die Zeit verfliegt - habe ich "Schneemann" von Jo Nesbø gelesen und war komplett begeistert. Auch "Kakerlaken" Buch gefällt mir sehr gut, es ist total spannend und mitreissend.
Der Anfang von "Kakerlaken" hat mich nicht nur gefesselt, sondern auch berührt. Es werden nämlich sehr viele persönliche Details aus dem Leben des Ermittlers Harry Hole verraten. Was mir jetzt klar ist: ich werde schon bald den ersten Band dieser Reihe kaufen und dann die Bücher nach und nach in der richtigen Reihenfolge lesen.
Aber auch dann, wenn man nur zu einem einzelnen Band greifen will oder kann, sind die Bücher um Harry Hole spannend, fesselnd, tiefgründig und überraschend.

4. Macht ihr bei Lese-Challenges von den anderen Blogs auch mit oder nicht? Wenn ja, was gefällt euch bei den Lese-Challenges? Wenn nein, was gefällt euch nicht bei den Lese-Challenges? (Barbara)
Ich gehe nun davon aus, dass die Frage lautet, ob ich an Lese-Challenges teilnehme und was mir daran gefällt. Ja, ich nehme an solchen Challenges teil und zwar an der Cover-Challenge und der Bookish Rainbow-Challenge. Diese Challenges habe ich mir ausgewählt, weil es dabei nicht um den Inhalt der Bücher, sondern lediglich um das Cover geht, dies kommt mir sehr gelegen.
Grundsätzlich mag ich an Challenges den Austausch mit anderen Buchsüchtigen, die Motivation zum Lesen und vor allem auch die neuen Herausforderungen, denen ich mich stellen kann.

An welchen Challenges nehmt ihr teil? Was könnt ihr mir alles empfehlen?

Heute Nachmittag oder spätestens Abend werde ich euch besuchen kommen und freue mich auf eure Beiträge.
Alles Liebe
Livia

Es war einmal eine junge, aufmüpfige Stundentin...

Guten Morgen ihr Lieben

https://samtpfotenmitkrallen.blogspot.ch/2012/03/gerade-gelesen_15.html
Am Wochenende wurde hier Ordnung geschaffen und dabei ist mir ein Text "in die Hände" gefallen, den ich im ersten Jahr meines Studiums geschrieben und über den ich mich gestern köstlich amüsiert habe. In diesem ersten Studienjahr (das war 2011/12) besuchte ich ein Semester lang jeweils am Freitag von 9.00 - 12.00 Uhr einen Kurs, der so chaotisch und unprofessionell organisiert war, dass ich die Dozenten nicht ernst nehmen konnte. Der einzige Vorteil: vom ersten Tag an lag auf dem Tisch im Unterrichtszimmer ein grosser Stapel Bücher. Alles waren Klassiker der Weltliteratur. Eine unserer Aufgaben war es, nach jedem Kurstag ein Buch mitzunehmen und eine Woche später wieder in den Kurs zu bringen, nachdem wir es sieben Tage lang mit uns herum getragen hatten. Ob wir das Buch lesen wollten, war uns überlassen. Ich habe die Bücher natürlich immer gelesen.

Einmal zu oft fehlte ich in diesem Kurs aber und schrieb über "Candide" von Voltaire deshalb folgenden Text als "Strafarbeit":


Candide und Reisen in einem Text

Zwei in eins ist Kunst und nicht Arbeit!
Nicht unbedingt ein Klassiker der Reiseliteratur, aber ein Klassiker von Voltaire hat mich dazu bewogen, diesen Text auf diese Art und Weise zu schreiben. Wenn man jegliche philosophischen Anschauungen weglässt, reist Candide ein Buch lang hin und her und schlussendlich gleicht seine Geschichte einer Odyssee in die Hässlichkeit, der er nie entkommen kann. Und schon wieder ist es philosophisch geworden. Dies liegt mitunter auch daran, dass dieser Text ohne Philosophie gar nicht auskommt (also nicht meiner, sondern der von Voltaire). Wenn nicht diese unglaublich komischen und zuweilen richtiggehend absurden Geschicke und Missgeschicke sowie alle weisen Menschen und ungebildeten Barbaren nicht wären, würde Candide nicht reisen. Weder durch die Welt, noch in irgendwelche Abgründe der Menschheit. Somit wird aus diesem Buch klar (man beachte den leicht sarkastischen – oder vielleicht auch zynischen – Unterton, er dient der Überleitung), dass es sowohl gebildete, wie auch dumme Menschen gibt, um Reisen zu machen, oder die man auf Reisen antrifft.
So zum Beispiel diese Menschen, welche wir täglich unterwegs im Zug antreffen und welche immer ganz laut über irgendwelche spannenden Dinge (wo man ist, wann man ankommt, ob der Nachbar stinkt oder nicht, usw.) sprechen müssen und dies natürlich am Telefon tun (das wären dann wohl die Dummen) und die, welche sich darüber aufregen aber ganz nach dem Motto „der Klügere gibt nach“ einfach schweigen und nur Grimassen schneiden (das müssten jetzt eigentlich die Gebildeten sein, macht aber keinen Sinn).
Solche Menschen hat wohl auch schon Voltaire gekannt (abgesehen von der Tatsache, dass es zu seiner Zeit weder Züge noch Handys gegeben hat). Und genau diese Menschen, also zum Beispiel die eigentlich nicht sehr gebildete aber mit Äusserlichkeiten überzeugende Blondine, oder der alte aber vom Leben gezeichnete Mann, sind Klischees, aber Teil von solch unterhaltsamen Gebilden wie „Candide“, welche ja genau mit diesen Klischees spielen.
Das Problem daran ist nur, dass es tatsächlich solche Menschen gibt und dass Voltaire ihnen wohl eine Chance geben wollte, sich in Selbsterkenntnis zu üben. Nur leider hat es nicht gefruchtet. Die Menschen sind immer noch so wie damals und sie diskutieren immer noch darüber, was Voltaire eigentlich gemeint hat (dies natürlich, um gebildet zu klingen, auf dem Weg nach Hause aber telefonieren sie ganz laut und sprechen dabei über sehr viele überaus unnötige Dinge). Und die Menschen reisen immer noch gerne. Obwohl Candides Reise eher einer Flucht als einer Vergnügungsfahrt gleicht (die allerdings ab und zu doch einige Vergnügen beinhaltet), ist es in meinen Augen eine Reise. Und zwar nicht nur eine philosophische Reise (zu sich selber/ans Ende der Welt/ in seine Mitte) sondern tatsächlich eine Bewegung von A nach B. Das also, was Tausende von Menschen (aus welchen Gründen auch immer) täglich, stündlich und einfach immer tun. Logisch will ich niemandem, der gerade so richtig verfolgt wird unterstellen, dass er seine „Reise“ geniesst. Aber trotzdem will ich behaupten, dass auch diese Menschen (vielleicht nicht während der Flucht aber Jahre danach, oder vielleicht auch nicht sie selber sondern ihre Nachkommen) einen Zweck in dieser Reise sehen können oder vielleicht auch einige positive Aspekte einer solchen Verschiebung von A nach B erfahren.
Und obwohl ich jetzt natürlich noch ganz lange und ausführlich über dieses Thema philosophiert hätte, bin ich langsam aber sicher am unteren Rand dieser Seite angelangt und werde diesen Text nun endlich versenden können. Mein Text geht also auf Reisen. Nimmt mich ja wunder, wohin ihn diese Reise führt.

Rezension: Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen!

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen! - Dora Heldt

Beschreibung des Verlages:
Dora Heldt at her best!
»Ich bin genauso gut situiert wie du!« Dass ausgerechnet Walter (69) zu dem kleinen Kreis wohlhabender Senioren gehören soll, die eine exklusive Reise an die Schlei gewinnen können, wurmt Papa Heinz (75) gewaltig. Als sein Schwager mit einer kleinen Trickserei auch Heinz die Mitfahrt ermöglicht, ist der wieder versöhnt. Mit schickem Anzug und großen Erwartungen machen sich die beiden auf den Weg.
Zu ihrer Enttäuschung wirken die meisten Mitreisenden längst nicht so vermögend, wirklich elegant ist eigentlich nur Finchen (75), die von ihrer Großnichte, der Radiojournalistin Johanna (40) begleitet wird. Als sie statt einem Drei-Gänge-Menü nur Würstchen auf Pappteller erhalten und Walter sein Bier auch noch selbst bezahlen muss, geht ihnen auf, dass sie »exklusiv« mit »all inclusive« verwechselt haben ... 

Meine Meinung: 
Ich wollte mit einer leichten Lektüre in den Februar starten und da ich in andere Bücher nur hineingelesen habe und mich nicht wirklich festlegen konnte, wurde "Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen!" von Dora Heldt meine erste Februarlektüre. Schon "Jetz mal unter uns..." der gleichen Autorin hat mich bestens unterhalten, weshalb ich mir sicher war, auch hier wieder kurzweilige Unterhaltung anzutreffen.
Und dies war dann auch der Fall. Nicht selten habe ich den Kopf geschüttelt über die Dreistigkeit einiger und der kreativen Herangehensweise anderer Protagonisten. Plötzlich werden harmlose Reisende zu Ermittlern und Opfern zugleich, über Liebeskummer muss hinweggetröstet werden und die Angehörigen, welche zuhause bleiben mussten/durften, mischen auch noch tüchtig mit. Handlung und Schreibstil haben sehr gut harmoniert und auch die Grundidee hat mich total überzeugt. Ausserdem haben die liebevoll beschriebenen Figuren, die malerische Ortschaft und das heruntergekommene Hotel wunderbar zusammengepasst.

Schreibstil und Handlung:
Wie bereits von Dora Heldt gewohnt, wird mit einer klaren und präzisen Sprache, intelligentem Wortwitz und amüsanten Beschreibungen für beste Unterhaltung gesorgt. So werden Alltagssituationen, die wir alle so oder ähnlich kennen, aufsummiert und zu einem kurzweiligen Ganzen zusammengefügt, das wirklich Spass macht.
Die Handlung selber ist direkt aus dem Leben gegriffen und eine perfekte Mischung aus einer gesellschaftskritischen Erzählung mit Aktualitätsbezug und der pointierten Beschreibung einer genau beobachtenden und humorvollen Autorin. Für eine Werbefahrt werden nämlich "wohlsituierte Senioren" zu einem Preisausschreiben animiert, bei dem es natürlich nicht mit rechten Dingen zugeht und die Gewinner schliesslich in eine Absteige in einem sonst schönen Ferienort gelockt werden. Vieles geht schief, die Protagonisten werden hellhörig, sammeln Beweise und sind zugleich in einen Krimi, ein Beziehungsdrama und diverse Familienzwiste involviert. Für gute Laune ist also definitiv gesorgt und als dann immer mehr Personen auftauchen und sich in das Geschehen einmischen, ist das Chaos perfekt.

Meine Empfehlung:
Wie ihr euch unschwer denken könnt, empfehle ich diesen sehr unterhaltsamen Roman gerne weiter und zwar nicht nur für Urlaubsreisen, sondern für alle Momente, in denen ihr ein wenig Humor gebrauchen könnt.

Zusätzliche Infos:
Titel: Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen!
Autorin: Dora Heldt, 1961 auf Sylt geboren, ist gelernte Buchhändlerin und lebt heute in Hamburg. Mit ihren Romanen führt sie seit Jahren die Bestsellerlisten an, die Bücher werden regelmäßig verfilmt.
Taschenbuch: 352 Seiten
Sprache: Deutsch
Verlag: dtv
Erschienen am: